RADIO OSAKA
Im Januar 1992 trafen sich Andi Czech und
Stephan Thelen zu einer ersten Session mit Fredi Flükiger, Tommy Meier und
Christian Kuntner (die letzteren Drei bildeten das archaisch ungestüme
Freejazztrio Brom). In den Grundzügen hat diese spontane musikalische
Bestandesaufnahme für die Band heute noch Gültigkeit. Ausgangspunkt war ein
unpolierter Freerock auf einer gut hörbar progressiven Schiene und immer wieder
gebrochen durch Improvisation, Dekonstruktion oder Reduktion.
Das durch besondere Originalität und Vielfalt hervorstechende Projekt von
Stephan Thelen und Andi Czech hat darauf seinen musikalischen Ansatz durch die
Hinwendung zu einer eher elektonica-versetzten Variante (Einsatz von Samplern,
Sequenzern und HD-Recording) konsequent weiterentwickelt. Um den daraus
entstandenen Klangbildern den nötigen Raum zu bieten, hat sich die Formation
gleichzeitig auf vier Mitglieder reduziert.
Dazu Benedetto Vigne im Tages-Anzeiger (Aug. 2000) anlässlich eines Konzerts der
Band am Stadtsommer Zürich: «Stephan Thelen ist zwar Gitarrist aus der Schule
von Robert Fripp, er lässt die Gitarre aber meist links liegen und bedient dafür
vorwiegend locker aus dem Barstuhl eine ganze Konsole von Electronica und
Digitalia.» Die Stimme von Andi Czech, deren musikalische Wurzeln unüberhörbar
irgendwo zwischen Tim Buckley und David Byrne liegen, driftet immer wieder auch
in elektronisch unterstützte Vokalexperimente. Christian Kuntner (bass) und
Benno Kaiser (drums) unterlegen die Soundscapes mit kompakten Grooves. Während
der Schlagzeuger sich gekonnt ausschliesslich dem analogen Klang widmet,
bereichert der Bassist den Sound mit rhythmischen und rauhen
Instant-Live-Samplen.
Dazu in der Baslerzeitung (Nov. 2001): «Nachdem sie in ihren ersten Jahren vor
allem dem Art-Rock der siebziger Jahre verpflichtet gewesen waren haben RADIO
OSAKA sich seit 1996 vermehrt von Ambient und Drum’n’Bass beeinflussen lassen.
Mit der Hinwendung zum Elektronischen stieg auch RADIO OSAKA’s Lust zur Tüftelei
und die fruchtbare Versessenheit aufs Detail, der Klangfetischismus.»